Mittwoch, 17. November 2010

Dienstag 16.11.2010 ähm, immer noch Kapstadt :-)

So, Tag 2 im Urlaubsgeschehen. Wie haben wir ihn verbracht? Nun zu aller erst mit Verschönerungsprozessen unsererseits gefolgt von Füllungsprozessen (und wieder Müsli...das ist so der FrühstücksAlltag eines Reisenden, Müsli oder Toastbrot mit wechselnden Belegschaften) und das alles im Angesicht des ersten Tageszieles dem Tafelberg!
Auto geschnappt und immerhin schon vor 11uhr (wenn auch knapp) aus dem Haus in Richtung Capetown. Vom Balkon aus haben wir einen wunderbaren Blick auch auf einen vorgelagerten See und auf diesem crusende Surfer ;-) und die hat es fast vom Wasser wechgefegt so stürmisch war das. Auf der Autofahrt ging es mir fast ähnlich, nur dass ich auf dem Wasser schon von vorneherein nix verloren hatte. Da kann so ein Spurenwechsel schon mal ohne Zutuns des Fahrers stattfinden. Ich kenne mich mit Windgeschwindigkeiten nicht wirklich aus, aber das grenzte schon an Sturmstärke. Wow...was ein stürmischer Tagesbeginn. Auf Grund eben dieser Wettertatsache wurde allerdings auch der Betrieb der TafelbergGondel eingestellt, das wäre dann aber auch selbst für mich Abenteurer eines zu viel gewesen. So blieb uns nichts anderes übrig als Alternative über unseren! Kunstmarkt zu schlendern. Dumme Sache die, überall Bilder, Skulpturen, Holzschnitzereien, die schon fast von allein in meine Tasche hoppsen wollten. Das geht so natürlich nicht! Wenn ich ein was bei meinen bisherigen Reisen gelernt habe, dann, dass man egal wo am weitesten kommt, wenn man vergnüglich handelt. „hei sister....this is very nice....i make you a spezial price, only for you“..“.yes i know :-)“ … ähm brauch nicht zu erwähnen, dass ich selbstverständlich schon was erhandelt habe! Das macht Lust auf mehr und davon bekommen wir auch noch mehr auf unserem Weg durch Südafrika, oh ich liebe dieses Land!

Weiter gings zur Waterfront, dem Hafen von Capetown und Center des touristischen Auflaufes. Hier kann man wunderbar einkaufen, essen :-), das Aquarium besuchen und Bootfahrten zum Angeln, Walewatching und Sharkdiving unternehmen oder auch Segeln. Noch haben wir nix davon gemacht, noch! :-) Hat man zuviel Geld kann man es hier auch wunderbar in Eigentumswohnungen in natürlich bewachten und eingezäunten Wohneinheiten stecken, der Bootsanlegeplatz liegt selbstverständlich direkt vor dem Hause. Man muss sich ja schließlich auch schon mal Gedanken für den Alterswohnsitz machen und wohin mit dem Geld wenn nicht hierhin! ;-) Aber architektonisch schön und ansprechend schauts hier schon aus, mit Blick einerseits auf den Tafelberg und Lionshead und andererseits auf den Hafen und das Meer...hach seufz..








.ähm, wo war ich stehengeblieben. Ach ja Tagesprogramm...die Zeit rennt komischerweise selbst im Urlaub und so isses dann spontan schon später Nachmittag, wo doch grade erst das Mittagessen seinen vorbestimmten Weg nahm.
Wie beschließt man nun einen solchen anstrengenden Tag!? ;-)
Es gibt entlang des Meeres eine wunderbare Straße die von Kapstadt zum Kap der Guten Hoffnung führt und einen besonderen Punkt beherbergt, von dem aus man einen fantastischen Blick auf den Lionshead, die 12 Apostel und das Meer hat genannt Chapmens Peak, atemberaubender ist allerdings die Straße dahin und darüber hinaus. Für mich als Motorradfahrer ein Traum, als neu und unbeglaubigter Rechtssitzer und Linksfahrer ein klitzekleiner Alptraum...Kurven ohne Ende,so teilen sich die Einstellungen. Und auch hier vom Sturm gepeitschtes Meer und Orkanartige Böen am Felsen, wir mittendrin um immer wieder der gern gesehene Hinweis „ Achtung! Herabrollende Steine“, „ Weiterfahren auf eigene Gefahr“....uuuuaaaahhhhh...
Aber was solls, wo gestürmt wird da fallen Steine! Passiert ist uns unglaublicher weise nix und super Fotos haben wir noch dazu bekommen. Da wir uns kampferprobt für fotografistische Aufnahmen stets auch aus dem Auto heraus wagten blieben unsere Frisuren gleich zu Beginn auf der Strecke und sollten sich auch nicht wieder erholen, aber Opfer müssen erbracht werden um größeres zu erlangen. Teilweise mussten wir uns an Gegenständen festhalten, um nicht Spielball des Windes zu werden.










Was da natürlich nicht fehlen darf ist ein Peeling der besonderen Art. Man nehme einen unendlich erscheinenden Sandstrand (Gottseidank keine Kiesel!) vier kurzhosengeprägt freie Unterschenkel und den Mut sich bei Orkanstärke das Meer aus der Nähe anschauen zu wollen wir hatten es einfach nicht besser verdient...konnten uns kaum auf den Beinen halten und uns fegte der Sand nur so freudig über die Beine...autsch vom Feinsten! Aber genug des Pathos.






Irgendwann ist aber auch der stürmischste Tag an seinem Ende angelangt, lecker Salätchen zum Abendbrot, als GuteLaunebehalter nen Amarula und morgen geht’s weiter mit Sack und Auto in Richtung Norden. Mal schauen wo wir da unterkommen. Ich bin und bleibe gespannt :-).

Montag 15.11.2010 Kapstadt

Der Flug war an sich soweit gut, bis auf permanente und relativ starken Turbulenzen wie ich sie noch nie in solchem Ausmaß was Häufigkeit und Stärke anbelangt vorher erlebt habe! Was ein Flug! Wie lange brauch ich eigentlich mit meiner Hornisse bis Indien!? :-)

Mit dem Sonnenuntergang in München weggeflogen und mit dem Sonnenaufgang in Kapstadt gelandet...immer wieder ergreifend! Gepäck (beide Säcke sind trotz unterschiedlicher Behandlung angekommen) geschnappt und ab zu Budget, um unseren kleinen Reisegefährten abzuholen.
Ähm...klein isser wirklich, aber beide Säcke passen gerade so rein. Ein Suzuki Alto...in grün...ein Knuffel. Da ich gerne fahre und Anke gerne Karten liest gibt es meist keine große Diskussion ob der Aufgabenverteilung. Gesagt getan und gewundert...Lenkrad...wo isses???...Ah...Linksverkehr...also nochmal raus und Seiten gewechselt, jetzt passte das Bild wieder.
Ich fahre nicht zum ersten Mal ein Auto im Linksverkehr aber es ist immer wieder ein Spaß mit dem Scheibenwischer die Richtungsänderung angeben zu wollen und mit dem Türöffner die Gänge zu wechseln. Aber nach ein paar Metern klappts dann und allet looft.

Nur um alle Besorgten gleich zu beruhigen, die Sonne scheint, hier herrschen Temperaturen von ca 25-30°C und ein starker, böiger West-Südwestwind. Das heißt, es ist egal wie viel 3Wettersaft man sich ins Haar sprüht, hier kann einfach keine Frisur sitzen! So! Und Sonnenschutz ist hier unabdingbar, wie ich auch schon wieder am eigenen Leibe erfahren durfte, mein Gott was sind meine Haut und ich sensibel!

Da wir Ende 2007 Anfang 2008 schon mal hier in Capetown waren ist vieles nicht mehr ganz so überraschend wie damals. Es ist eher eine Vertrautheit, die sich eingestellt hat. Noch dazu liegt unser Guesthouse in der Nähe des Damaligen und wir haben einen wunderbaren Blick auf den Table Mountain.
Nach der Reise dann doch ein bissl geschafft galt es erstmal den Matratzenhorchdienst zu übernehmen....schlafen...in einem Bett....ohne Störung...göttlich! Nur um danach die Nahrungsaufnahme der nächsten Stunden und Tage zu regeln.

 Natürlich durfte ein Besuch „unseres“ Blouwbergstrand“s nicht fehlen. Und als wir so den Strand langgingen mit all den Joggern, Surfern und Kitesurfern, da stellte sich zum ersten Mal seit Urlaubsbeginn so eine Art innere Entspannung ein. Direkt gefolgt von der Frage...wann kann ich eigentlich mit dem Kitesurfkurs anfangen! ;-) es sieht hinreißend aus und muss einfach nur gigantisch sein. Aber von der Zeit schaffen wir es nicht...sehr schade. Aber irgendwann....räusper...




Den ersten wirklichen Urlaubstag haben wir mit einem leckeren Abendessen mit Blick auf den Tafelberg und der untergehenden Sonne beendet und das von unserem Balkon aus...einfach nur fantastisch. So und ich leg mich jetzt schlafen...morgen wird ein interessanter Tag.

Sonntag 14.11.2010 München

Sonntag, wunderbares Frühstück im Voila am Ostbahnhof...Bäuchlein voller als der Schleppsack, man weiß ja nie obs nochmal was zu essen gibt!...zurück nach Hause und mit Schleppsäcken endlich Richtung Flughafen los...super sonniges Wetter, fast zu schade zum Wegfliegen, aber gebucht war nun mal gebucht. :-) Übergang von der Bahn zum Flughafen...Bilder für die Götter 50 Menschen versuchen sich zeitgleich durch zwei Türen im Maße von...ähm...zwei Türen zu drängen und das Ganze noch mit Gepäck (mit lustigen kleinen und großen meist schweren aber immer treu hinterher rollenden Trollis)...da wird die Physik einfach mal glatt zur Seite gedrängt und der Nachbar gleich mit.

Auf sämtlichen Flüghäfen der Welt mittlerweile zu Hause konnte uns der ganze „WomussichdenneigentlichhinundmeinGepäckunddieBordkartenundgenerellundüberhaupt“-Stress nicht die Bohne was anhaben...siegesgewiss zum Drop off Schalter (Fliegende von heute checken sich natürlich schon zu Hause ein, was denn sonst!), Paß und Ticket hingelegt, zack und schon trat sie vor uns hin die allg. Freundlichkeit und Kompetenz der Mitarbeiterinnen einer Großstädtischen Fluggesellschaft. Während ich schon auf den Hinweis „ Rucksäcke sind Sperrgepäck (das interessanterweise aber nur am Münchner Airport) bitte begeben sie sich zum Schalter xy“) wartete um natürlich wissender Weise selbiges anstandslos dorthin zu schleifen, bekam ich nix weiter als ein „Bitte“ inklusive Hinklatschens meiner Papiere auf den Tresen! Kein Hinweis auf Sperrgepäck, zu welchem Gate oder wann die Einchecktime is oder überhaupt nur eine Gesichtbewegung, Nix! Ich war baff und mein Reisesack schon auf dem Weg zum Flugzeuch. Anke hingegen durfte sich am Nachbarschalter das volle Programm anhören und als sie dann aufgefordert wurde ihrerseits ihr Sperrgepäck als solches aufzugeben drängte sich uns die Frage auf und aus ihr heraus, warum mein ungleich größerer Reisebegleiter als Normal durchgeht und ihrer als Sperrgepäck den Weg nach SA antreten sollte. Woraufhin die Dame am Schalter leicht genervt nur meinte, das fragen sie doch einfach die Kollegin selber. Gut, aus vorangegangenem schon zu langen Gespräck meinerseits mit dieser Dame beliessen wir es bei einem finsteren Blick, grummelten ein bissel vor uns hin und trollten uns in Richtung Sperrgpschalter. Das konnte ja supi werden,
Als nächstes die Paßkontrolle, wo ich zumindest immer unsicher, ob ich diese Prüfung bestehe das bearbeitende Personal anlächle als gäbs kein Morgen. Na bisher hat`s jedes Mal funktioniert.
Im Anschluss daran ging es direkt über zur Handgepäck- und Personennahkontrolle. Alles was Metall heißt vom Leib reißen und in vorgegebene Behälter stopfen und dann durch die gefürchtete Piepsanlage durchtreten, natürlich erst wenn man dazu aufgefordert wurde....wehe man neigt da zu vorschnellen Bewegungen...“Zurück und warten“ oder „Nochmal“ lauten dann die liebevollen Anweisungen des einen stets kritisch beäugenden Personals. Ich bewege mich also kontrolliert langsam hindurch und „piep“...or nee ne...und schon hat man eine Frau an sich kleben, die mit Händen und einem lupenartigen Detektor versucht jede Zelle auf Metallgegenstände hin zu überprüfen...also bis zur Ganzkörpermassage fehlte da net viel, ehrlich. Und um das ganze dann noch richtig auszureizen...“ Bitte Schuhe ausziehen“...ähm das ist nicht wirklich ihr Wunsch, oder???...Doch!...Mist Geheimwaffe entdeckt!...jetzt ist die Messersammlung futsch, die ich so schön in Kleinarbeit in meine Sohlen eingearbeitet habe!...Was denken die denn!!...Entgürtelt und entschuht neigt sich dieses leicht demütigende Spiel dann doch einem friedlichen Ende. Alles wieder an die Frau und schon ist man ein vollwertiger Passagier, der die kommenden knapp 11 Stunden auf viel zu engen Sitzen versucht die Zeit totzuschlagen indem er alle nur erdenklichen Sitz- und Schlafpositionen einzunehmen versucht. Ich schreibe aus vielfältiger Erfahrung...man kann in einem Flugzeug nicht erholsam schlafen, entweder wird man durch Speisen und Getränke am Ruhen gehindert oder irgendjemand rammelt beim Vorbeigehen ständig an deinen Sitz. Grausam...warum tue ich mir das eigentlich an???